Motorradfahhhn!

Jetzt da ich meinen Biker-Modelvertrag inne Tasche habe, kann ich es ja sagen: EIGENTLICH fahre ich nur, weil man so verwegen auf diesen Dingern aussieht. Außerdem kann man so herrlich ungezwungen von dem Ruf der farbentragenden Fraktion unserer Zunft profitieren.

Meine ersten Erfahrungen mit den Urgewalten von Motorzweirädern waren schließlich nicht die besten. Alles begann damit, dass ich gleich beim ersten Versuch den SIM eines Kumpels im dichten Buschwerk eines Mansfelder Waldes versenkte. Persönliche Gründe bewogen mich dann jahrelang meine Kontaktängste zu pflegen, bis ich schließlich wieder bereit war für jenes irre Abenteuer. Ich war der Sozius meines Bruders als dieser mir aus Dankbarkeit für meinen Opfermut zeigte, dass man auf dem Seitengepäckträger einer MZ hervorragend schliddern kann, ohne von der nachfolgenden Straßenbahn überrollt zu werden. Es folgte wieder eine Zeit respektvollen Abstandes zu gefährlichen Feuerstühlen. Ich erinnere mich kaum noch, wie es kam. Ich glaube mein Leben steckte in der Sackgasse und ich benötigte eine Imageverbesserung, da öffnete Ziehvater Winston (Respekt und Gruß an die Neubrandenburger Bande) mittels Schlagschrauber mir die Augen. Seitdem ist mir auch der tiefere philosophische Sinn des immerwährenden Kreislaufs Fahren – Pausieren – Pissen - Rauchen – Trinken – Weiterfahren – Pausieren – Schrauben – Fahren bekannt.
Alles nur Selbstzüchtigung und Rumprollen!
Die Jahre, die folgten könnte man als harte Schule bezeichnen. Ich lag zwar nicht mehr so oft mit dem Gesicht auf dem Asphalt, dafür gab es eine Menge Technisches zu lernen. Mit dem Griff zur MZ machte man es sich eben nicht unnötig einfach. Aber Lehrjahre sind schließlich keine Herrenjahre! Und bei unserem letzten wilden Ausritt gab es nicht mal mehr technische Probleme. Stumpf ist nämlich doch lernfähig.

Und Sicherheit!

Sicherheit geht vor. Und sicher geht auch noch die letzte Rille! Schönen Dank auch an unsere Instruktoren vom ADAC-Sicherheitstraining, die uns schließlich zeigten, wie man auch ’ne EMME fetzig durch die Kurven hämmern kann.

P.S.

Dem Verein habe ich mich im Übrigen nur unwillig angeschlossen Zum Einen musste ich Jahre warten, bis ich endlich das Firmenemblem auf dem Hemd hatte. Und zum Anderen hätte mir „Ostblock“ wegen der Zweideutigkeit im Name gleichwohl besser gefallen.



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