- "Wo ist Daniel?" - "Ich glaube unterm Motor!" -

Sicherlich ist diese Aussage nicht immer ganz falsch, denn mein Interesse an Technik und vor allem an dem was sich von alleine bewegt ist seit frühster Jugend ungebrochen. Kein einziges Spielzeug war gegen meine fachkundigen Zerlegungskenntnisse immun, oft zum Leidwesen meiner Eltern. Es gab halt nichts, was ich nicht zerlegen konnte, nur mit dem Zusammensetzen hatte ich die ersten Jahre so meine Schwierigkeiten. Dieses Schicksal ereilte auch schon das Mercedes Coupe, was ich im Alter von einem Jahr von meinen Großeltern bekommen habe. Aber für diese Notlagen war dann der Vater da, der mir zwar grollend aber mit fachkundiger Hand manch Spielzeug vor dem Mülleimer retten konnte. Das ganze hatte auch noch den Vorteil, die Kenntnisse der Montage blieben an mir haften. Mit dem Alter wurden die Spielzeuge größer. Zuerst der Roller, dann ein kleines Fahrrad und später ein Größeres, und die meisten Reparaturen konnte ich auch erledigen. Dann kam mir irgendwann eine altes "Eisen-Schwein", eine MZ ES 125 in die Hände. Jemand hatte keine Lust mehr aufsie und sie achtlos in einem Hinterhof eines Abrisshauses abgestellt. Das Ding wurde zur Oma verfrachtet und dort erstmal untergestellt. Nach ausgiebigem Literaturstudium war ich in der Lage die Emme zu reparieren und ....... auch zu starten. Natürlich versuchte ich auch mit ihr zu fahren. Trotz das die letzte kleine Fahrt mit dem Moped meines Cousins schon etwas was her war, ging es schon ganz gut. Ich war begeistert. Meine Aktivitäten blieben nicht verborgen. Ein paar Wochen später bekam ich ein Angebot vom Tischler nebenan. Er wollte mir seinen MZ TS 125 schenken, die er wegen Motorschaden vor Jahren abgestellt hatte. Das Geschäft wurde gemacht und nach erfolgreicher Reparatur wuchs der Traum endlich einen Führerschein für ein Motorrad zu machen. Doch das sollte noch ein Jahr dauern.....

Auch als ich den begehrten Schein hatte änderte sich nichts. Das Motorrad stand weiterhin herum abgesehen von einigen Touren über Feldwege in der Umgebung von Schwerin. Mal reichte das Geld nicht, aber meistens die vermutete Zeit, für die Durchführung einer Voll-Abnahme, für das jahrelang stillgelegte Bike. Auch ein beruflich bedingter Umzug nach München änderte nichts daran. Erst am Ende meiner Dienstzeit bei der Bundeswehr 2001, also nach 9 Jahren sollte sich die Situation ändern. Göran auch schon länger vom Motorradfieber gepackt machte es ernst. Seine ETZ 251 wurde beschafft und er setzte mich unter Druck endlich meine TeSie klar zu machen. Doch ein Top Angebot aus Berlin bescherte mir für einen hunni meine eigene 25er die nach einer "kleinen Reparatur" wieder willig ihren Betrieb für den Rest der Saison 2001 aufnahm.

Doch das Schicksal meinte es gut mit meiner TeSie. Die bekam Lars, weil er zu den Zeitgenossen gehört, die für viel Geld nur den Leichtkraftradführerschein gemacht haben.

Dann erfolgte im Herbst 2001 die völlige Demontage. Ich hatte auf einem Teilemarkt in Neuruppin einen Motor und alle lackierten Blechteile günstig bekommen. Zusätzlich sollten einige Maßnahmen die "Laufeigenschaften" des Motors verbessern.

.... nun war es geschafft. Anfang Juni 2002 war sie wieder komplett. Neue Optik neue Farbe und der Motor lief auch erst mal wieder....so lala ...die Einstellung taugte noch nicht viel. Eine Tour nach Mödlich mit Göran und Mark offenbarte, AA säuft und kann nur schneller als 110 km/h. Zurück in Schwerin Hauptdüse kleiner ...ups das war zuviel Kolbenklemmer, aber diesmal ohne Sturz. Trotzdem waren die Spuren unverkennbar. Hauptdüse wieder etwas größer und sie lief wieder.

Eine Überführungsfahrt nach Hamburg mit Goeran sollte die nötigen Einfahrkilometer einbringen. Doch auf dem Rückweg nach Schwerin 2 km vor Schwerin bei 110 km/h plötzlich Stille....Kupplung gegriffen, aber zu spät, der Motor war fest. Nach etwas Zeit zur Abkühlung lief sie wieder, aber mit einer Leistung gleich null. Die nächsten Tage verbrachte ich mit der Ursachenforschung. Ein Anruf beim Kolbenlieferanten und die Frage, ob ihm das Problem bekannt sei war eine mögliche Lösung. Die Antwort kam zögerlich, aber er meinte die schlechtere Qualität der Importkolben könnte dafür die Ursache sein. Er empfahl mir den Kolben in Höhe der Ringe, wo die meisten Klemmspuren waren, um wenige hundertstel Millimeter abzudrehen, um ihn mehr Raum zur Ausdehnung zu geben. Gesagt getan Goeran schickte mir seinen ledierten Kolben und ich nahm beide mit in die Werkstatt und drehte sie ab. Das Ergebnis stellte uns erstmal zufrieden. Goerans Horst und mein Bike liefen wieder.

Doch die Freude währte nicht lange. Nach all dieser Arbeit war doch alles umsonst. Am 20.06.02 wurde AA gestohlen. Doch wo Schatten ist gibt’s auch Licht. Ein paar Wochen später hatte ich eine andere.... natürlich wieder eine Emme. Sie wurde von Katrin, Goeran und mir aus Recklinghausen geholt. Das war ne (Tor-)Tour. Eine 250iger ist halt nix für die Autobahn. Dazu fehlen ein paar PS.

Natürlich ist sie nicht so schick wie meine Verflossene aber kommt Zeit und Geld werde ich an ein paar Schönheitsoperationen denken.

Bis dahin muss sie bleiben wie sie ist.



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